Sylter Ferienwohnungen Sylvia Jacobsen GmbH

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Volksabstimmung

 

Nach dem Krieg zwischen Preußen/Österrreich und Dänemark im Jahre 1864 und der Lösung des Herzogtums Schleswig aus dem dänischem Gesamtstaat verblieb in Nordschleswig eine dänisch orientierte Mehrheit, so das sich nach dem Ersten Weltkrieg die Forderung nach einer Abstimmung im Grenzraum über die künftige Zugehörigkeit erhob. Zu diesem Zweck wurden in Schleswig Abstimmungszonen festgelegt. Wie erwartet fiel die Zone 1 am 10.Februar 1920 mit einer dänischen Mehrheit von rund 75 Prozent an Dänemark. In der Zone 2, zu der auch Sylt gehörte, wurde am 14. März. 1920 abgestimmt, und hier führte das eindeutige Ergebnis zum Verbleib bei Deutschland.Auf Sylt stimmten 88 Prozent der Wahlberechtigten für Deutschland. Für Sylt hatte die Abstimmung jedoch  problematische  Folgen, weil  der  Ausgangshafen  zur  Insel  Sylt  nur  mit  entsprechenden Komplikationen über das Ausland  möglich  war.  Die  Konsequenz war dann der beschleunigte Bau  des  Hindenburgdamms.

 

Hindenburgdamm

Als Sylt durch die Abstimmung im deutsch-dänischen Grenzraum im Jahre 1920 seinen
Festlandshafen Hoyer an Dänemark verlor, wurde ein schon in früheren Jahrhunderten
publizierter und 1913 vom Preußischem Landtag genehmigter Plan wieder aktuell - Sylt
durch einen Damm mit dem Festland zu verbinden. Und weil die Sylter bei der Abstimmung
mit rund 88 Prozent für Deutschland gestimmt hatten, wurde Ihnen trotz schwerer Zeiten
in den Nachkriegsjahren und steigender Inflation der Damm als "Geschenk ihrer Abstimmungs-
treue" gemacht - ein Geschenk, das aber nicht alle Sylter als ein solches empfanden.
Denn schließlich bedeutete der Damm eine unmittelbare Verbindung zur Unruhe der
"großen Welt" und den Anfang vom Ende des bis dahin noch weitgehend friesischen 
Insellebens.
Nachdem die Bahnschiene von Niebüll nach Klanxbüll verlängert worden war, begann
im Mai 1923 der Dammbau zunächst vom Festland, ab 1925 auch von Sylt aus.
Unter Einsatz damals modernster Maschinen ( Spülbagger, Schaufelbagger, Schutensauger,
Dampframmen, usw. ) gewaltigen Materialaufwandes und einem Heer von Arbeitskräften
wurde der Dammbau den Sommer hindurch vorangetrieben, aber dann zerstörte eine unge-
wöhnlich hohe Sturmflut am 30. August 1923 !!!!! fast alles, was bis dahin geschaffen war.
Erst im Frühjahr 1924 konnte die Arbeit fortgesetzt werden. Am 15. September war eine 
durchgehende Spundwand zwischen Sylt und dem Festland vollendet - Grundlage für den
weiteren, gesicherten Bau. Schon im Oktober fuhr eine Feldbahn durchgehend zwischen
Klanxbüll und Nösse, so da der Transport von Menschen und Material wesentlich erleichtert
wurde und nun der eigentliche Damm in geplanter Breite ausgebaut werden konnte. Die 
offizielle Einweihung des Damms erfolgte am 01. Juni 1927 durch den Besuch des Reichs-
präsidenten Paul von Hindenburg für Sylt und die Sylter ein großes Ereignis mit ent-
sprechendem Programm und Festumzügen. Und nun erst tauchten Vorschläge auf, den 
Damm nach Hindenburg zu benennnen. Kosten damals 25 Mio. Reichsmark........

Abessinien

Am 19. Oktober 1935 strandete bei Buhne 31 zwischen Kampen und List der französische Frachtdampfer “Adrar”, angeblich mit einer Waffenladung für Abessinien (heute Äthiopien) an Bord. Im Sylter Volksmund wurde der betreffende Strand bald „Abessinien“ genannt, und dieser Namen wurde ein Synonym für das Nacktbadeleben, das später an diesem und anderen Stränden entwickelte - zum Ärger übrigens von kaiserlich-abessinischen Diplomaten. Tatsächlich hatte die „Adrar“ keine Waffen an Bord, sondern nur Porzellan. Am 17. August 1936 kam sie wieder frei und entschwand, aber der Name blieb und kommt erst jetzt aus der Mode.

 

Anwuchs Sylts

Sylt verliert an der Westküste durch die Stürme und Sturmfluten kontinuierlich Land. Dem steht an den Ostufern zwischen Keitum und Morsum und am Ostufer Rantum ein allerdings bescheidener Landgewinn gegenüber. Buhnen ( Lahnungen ) beruhigen die Strömung und den Wellenschlag, der gegen das Wattufer auflaufenden Flut. Aus dem Wasser lagern sich allmählich Sedimente an den Buhnen ab und erhöhen den Wattboden, bis dieser in Form von Salzwiesen über den Meeresspiegel aufgewachsen ist. Der Anwachs, Neuland oder Vorland gehört dem Staat.  

Sandvorspülungen 

Im Jahre 1972 wurde, nachdem sich die Festwerke als Inselschutz an Sylt Westküste nicht besonders bewährt haben, mit Sandaufspülungen ein neuer, aber sehr kostenauf- wendiger Weg des Küstenschutzes beschritten. Bei der ersten Sandaufspülung vor Westerland wurde der Sand aus dem Watt vor  Archsum über eine sechs Kilometer lange Rohrleitung               ( Durchmesser ca. 90 cm.!!)  über Land zum Westerländer Strand gespült. Doch von dieser Vorspülung war nach der großen Sturmflut 1976 nichts mehr übrig. Im Jahre 1976 wurde die Sandvorspülung vor Westerland wiederholt, wobei an der Wattseite Rantums eine Sandinsel entstand, die heute eine Fuchs - sichere ( Füchse sind über den Hindenburgdamm nach Sylt eingewandert ) Brutstätte für Seevögel ist. Die nächsten Sandvorspülungen erfolgten 1983 und 1986 vor Hörnum.  Der Sand wurde , einem Vortrapptief, das  sind Sandbänke  zwischen dem   gewaltigem Wattstrom zwischen Hörnum und Amrum, die auch während des Hoch- wassers aus dem Wasser ragen und auf dem sich die Seehunde „sonnen“ , entnommen. Der Sand wurde zu einer Pumpstation am Hörnumtief  befördert und von dort aus über land dem Hörnumer Strand vorgespült, wobei der Sand dann immer von schweren Planierraupen und Radladern verteilt werden müssen. Insgesamt wurden ca. 1,6 Mio. Kubikmeter Sand auf einem Strandabschnitt von ca. 3,3 Kilometer Länge und ca. 60 mtr. Breite aufgespült. Die Sandentnahme aus dem Vortrapptief rief jedoch heftige Prosteste der Amrumer (Nachbarinsel Sylts) hervor, weil hier Verluste am Kniepsand zu verzeichnen war, den man der Entnahme zuschrieb. Amrum sah sich ihres natürlichen Schutzes beraubt und so wurde die Sandentnahme, für die Sandvorspülungen an fast allen Strandabschnitten zwischen Hörnum und List ausschließlich vor der Westsküste Sylts entnommen.  Ein sogenannter Hopperbagger saugte das „Spülgut“ vom Meeresboden und leitete es über eine vor dem Strand schwimmende Rohrleitung auf den jeweiligen Strandabschnitt. Sandvorspülungen sind sehr Kostenaufwendig ( eine Sandvorspülung kostet bis zu zwölf Mio. Mark), also kein Wunder das der Staat dabei die Gemeinden zu einer Eigenbeteiligung heranziehen möchte, da es wohl auf Sylt von Millionären mit ersten oder zweiten Wohnsitz nur so wimmelt. Doch ist Küstenschutz Aufgabe des Staates und Sandvorspülungen sind billiger als ein Deichbau an der Festlandküste oder rund um die wohl „schönste Nordseeinsel“. Außerdem ist eine Sandvorspülung die natürliche Bewahrung des Strandes und die Vermeidung landschaftsverschandelnder Festeinbauten zum Schutz des Inselschutzes. Der einzige Nachteil der teuren Aufspülungen  besteht darin, daß die aufgespülten Sandmassen durch die Nordsee wieder abgebaut werden und bedingt durch den stark abfallenden Sylter Küstenfuß spätestens nach einigen Jahren wieder abgebaut ist.           

 

Sylts Waldbestände 

Sylt war, wie andere Inseln und Halligen  auch ,früher eine fast baumlose Insel.Verbreitet  war die Ansicht, das die starken Westwinde keinen Baumwuchs zulassen. Erst die Anlage der Kampener Vogelkoje 1967 führte zur Anpflanzung von Bäumen, die der Kojenmann als Deckung benötigte. Verschiedene Laubbäume wurden gepflanzt, so etwa Erlen, Ahorn, Eschen und Birken, die einen in sich geschlossen Hain bildeten. In den Jahren 1820/21 forstete der Kapitän und Ratsmann Jürgen Jens Lornsen mit den Samen verschiedener Nadelbäume auf der Geest nördlich  von Keitum eine Fläche auf, den Lornsenhain eine weitere Aufforstung folgte. Die mit etwa 35 Hektar größte zusammenhängende Forstfläche entstand im Zusammenhang mit der Dünenfestlegung im Bereich des Klappholttals in der Zeit zwischen 1869 und 1893, intiiert durch den Leiter des Küstenschutzes Graf Baudissin. Noch vor der Jahrhundertwende bildete sich auch um die Eidumer Vogelkoje ein Schutzwald. Weitere kleineren Aufforstungen so unter anderem bei Kampen, Wenningstedt, südlich vom Hörnumer Leuchtturm und auf  Nösse-Odde sowie im Süden und Norden von Westerland haben nach wie vor den Charakter von „Kurwäldern“ mit windstillen Waldwegen. Der Friedrichshain in Westerland entstand mit Hilfe des Heidekulturvereins und der Friedrich-Stiftung.

 

Wanderdünen

Dünen, die als fast  vegetationlose Sandberge in ständiger Bewegung sind und- entsprechend dem vorwiegenden Westwind - nach Osten wandern.

Watt

Der bei Ebbe trockenfällende Meeresboden im unmittelbaren Küstenlee an der Ostdeite von Sylt besteht teils aus weichem Schlick, vorwiegend aber aus festem Sand. Zwischen Sylt und dem Festland fällt das Watt mit Ausnahme einiger größerer Wattenströme bei Ebbe trocken, während am Weststrand infolge des geringen Tidenhubs von etwa 1,70 Metern sich nur die Strandzone verbreitet. Rinnsale, Priele und tiefe Wattenströme zergliedern das Watt, das von Muscheln, Schnecken, Würmern, Krebsen und anderen ober- und unterirdisch lebenden Tieren gebietsweise dicht besiedelt ist. Wattenführungen vermitteln einen Einblick in die Fauna und Flora dieser amphibischen Landschaft.   

 

Sylt in den Kriegen des 20.Jahrhunderts 

Es hat wohl kaum eine andere Nordseeinsel so viel durch das Militär gelitten wie Sylt.

Noch heute sind in den Dünen und an einigen Stränden Überreste militärischer Anlagen aus dem 2. Weltkrieg zu sehen. Schon im Ersten Weltkrieg wurde Sylt  in die Planungen der Kaiserlichen Marine einbezogen, wobei man auch den Bau eines Eisenbahndammes zum schnellen Transport militärischer Geräte und Truppen   erwog. Heereseinheiten und Inselwachten meist aus Insulanern bestehend wurden in List, Hörnum und Westerland stationiert. Die Soldaten wurden in Baracken untergebracht, die einen Anschluss an die Inselbahn besaßen.

Es wurden entlang der Küste schwere Batterien und militärische Einrichtungen aufgestellt, in der Hoffnung die Engländer von einer Invasion abzuhalten. In List wurden eine Marineflugstation mit sehr großen Flugzeughallen, Ablaufbahnen für Wasserflugzeugen und Kasernen aufgebaut. Sehr Umfangreich aber waren die militärischen Eingriffe in der Zeit des „dritten Reiches“. In abseits gelegenen Hörnum wurde ein Fliegerhorst für Wasserflugzeuge eingerichtet, mit einem mächtigen Flugzeugkran, Flugzeughallen, Werkstätten sowie einem umfangreichen Kasernenkomplex für das Personal. Auf den Dünen standen Flakbatterien und mächtige Bunker, die heute immer noch teilweise begehbar sind (die wir als Kinder mancherorts als Spielplatz -verbotener Weise- freigegraben haben und „untersucht“ haben).

Ein Fliegerhorst mit Kasernen wurde auch in Rantum angelegt. Hier musste erst eine Start- und Landebahn für Wasserflugzeuge angelegt werden, was durch das bekannte Rantumer-Beckens, heute ein großes Naturschutzgebiet, geschah. Der ca. 5 km lange Deich, den wohl schon viele Feriengäste beim Spaziergang abgeschritten haben, wurde 1936 fertiggestellt. Doch das Becken erfüllte dann doch nicht ihren Zweck.

Die Marineflugstation in List hatte, zunächst zunächst in eine zivile Anlage umgewandelt, die Niederlage des 1. Weltkrieges überdauert und wurde nun als Seefliegerhorst umfangreich ausgebaut . Grosse Hallen, ein Flugzeugkran, Reihen uniformer Häuser am Dünenrand und in benachbarten Dünentälern, ein Kasernenkomplex Möwenberg und eine Betonstrasse durch das Listland bis zum Ellenbogen beeinträchtigten den bis dahin einsamen nördlichen Inselteil erheblich. Noch mehr Platzanspruch benötigte aber der Ausbau des zunächst kleinen Westerländer Flugplatzes am Friedrichshain zu einem mit entsprechenden Einrichtungen und Landebahnen versehenen Militärflugplatz, der sich zwischen Westerland, Keitum und Munkmarsch über viele Quadratkilometer erstreckte und die ganze Inselmitte in Anspruch nahm. Bei den Einplanierungsarbeiten wurden auch eindrucksvolle Denkmäler der Sylter Vor- und Frühgeschichte vernichtet, so die bronzezeitlichen Grabhügel der Thinghooger und die nach Keitum verlegte Steinzeitkammer Harhoog. Viele Tausende von Soldaten der Luftwaffe und Marine bevölkerten Sylt, das während der Kriegsjahre für Kurgäste nicht zugänglich war.

Demnächst mehr.......