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Sylt
und die Sturmfluten
Immer
wieder wird Sylt von leichten aber auch sehr schweren Stürmen
heimgesucht,
die doch immer mit Schäden an Dächern und Fassaden etc.
der
Häuser enden. Doch besonders leidet die Insel unter dem Besorgnis
erregenden
Landverlust und schwindenen Inselschutz.
Hinzukommt seit
dem
letzten Sturm "Anatol" auch der zunehmende Verlust des
Baumbestandes
der
Insel.
Die
Einwohner Sylts hingegen sind
durch die
hohe Insellage
so gut geschützt, daß kaum jemand ertrinken würde. Und doch wird diese Insel mit ihrer knapp 40 Kilometer
langen Westküste wie keine andere bei Sturm- und Orkanfluten tangiert.
Alte
und rekonstruierte Landkarten zeigen Sylt an eine große Insel.
Tatsächlich
hat es sowohl nach westen als auch nach Osten vor Jahrtausenden größere
Landgebiete gegeben die den Nacheiszeitlichen Anstieg des Meeresspiegels
und Sturmfluten zum Opfer gefallen sind. Alt-List, Alt-Wenningstedt, Eidum,
Alt-Rantum und vermutlich
auch
ein Ort namens Steidum im heutigen Watt nahe Archsum verschwanden im Meer.
Wann dies genau geschah, ist unbekannt. Sehr hohe Fluten waren die
Katastrophe vom 15./16. Januar 1362, als der Hafenort Rungholt nahe der
heutigen Hallig Südfall unterging, die Allerheiligenflut
1436, die wahrscheinlich den Untergang von Eidum einleitete, die
Sturmflut vom 11. Oktober 1634, die auf Alt-Nordstrand 6123 Menschen das
Leben kostete und die Insel in ihre heutigen reste Pellworm, Nordstrand
und Hallig
Nordstrandischmoor auseinanderiß, sowie die Sturmflut vom 3./4. Februar 1825, die auf den
Halligen 74 Menschenleben forderte und auf Sylt ganz Rantum in Morsum,
Archsum uns Tinnum stand die Flut in zahlreichen Häusern.
Der
Sturmflut von 1825 folgte eine Zeit relativer Ruhe. Erst in der Nacht des
16.
Februar
1962 gab es wieder eine "Jahrhundertflut" in
Begleitung eines Orkans mit
Windstärken
ca. 14 bis 15 ( ab Windstärke 12 wird eigentlich nur die
Windgeschwindigkeit in Stundenkilometer gemessen ). Haushohe Wellen tobten
am
Sylter
Strand, so daß ein Gesamtverlust von fast 100 Hektar zu beklagen war und
am
Königshafen in List ein Durchbruch der Insel drohte. Am Roten Kliff von
Wenningstedt
standen die Gebäude der Gründerzeit so nah am Kliff, daß sie gesprengt
und weggeräumt werden mussten. Die Strandpromenade in Westerland
bot
ein Anblick, als sei sie bombadiert worden. Überall waren Mauereinbrüche
zu
verzeichnen,
und die turmhoch aufsteigenden Wassermassen ergossen sich über
die
Strandübergänge im Norden hinein in die Stadt. In Hörnum verschwand das
Strandcafé in den Fluten. schwer beschädigt wurde auch der
Hindenburgdamm,
so
daß die Verbindung nach Sylt für einige Zeit unterbrochen blieb.
Auch
in Hamburg brachen die als sicher geglaubten Deiche und rissen 315
Menschen
in den Tod.
Der
Orkanflut von 1962 folgten am 03. und 20./21. Januar 1976 sowie am 24.
November
1981 ähnlich hohe Fluten, deren Zerstörungen sich jedoch dank der
kürzeren
Winddauer und der verbesserten Küstenschutzwerke in Grenzen hielten.
Dennoch mussten Soldaten die Deiche mit Sandsäcken erhöhen, da das Wasser
schon
über die Deiche schwappte.
Firmen,
die zu einem Notprogramm gehörten, hielten ihre LKW´s für den Transport
von
Sandsäcken etc. zur Verfügung.
Es
sind aber nicht nur die großen Fluten, die Sylt zu schaffen machen, auch
Sturmfluten
mittlerer Stärke, die von den Medien weniger registriert werden,
rauben
der Insel jedes mal Substanz.
In
naher Erinnerung ist uns wohl allen der Sturm "Anatol", der am
03. Dezember 1999
auf
der Insel Sylt und der Nordseeküste, wie auch in Dänemark mit den wohl
stärksten
je gemessenen Windgeschwindigkeiten, für große Schäden sorgte
(
besonders auch an unserem Haus -siehe Bilder-), besonders gelitten haben
in
dieser
Sturmnacht auch die Waldbestände. Die großen Windgeschwindigkeiten
ließen
besonders die Kiefern und Tannen umknick en und entwurzeln. Die heftigen
Windböen
( Geschwindigkeiten über 182 km/h ) haben richtige Schneisen in die
Wald-
und Kieferbestände gefegt. In Süd-Dänemark fielen dem Orkan ganze
Waldgebiete
von bis zu acht Quadratkilometer zum Opfer, die wohl in der Größe
nicht
mehr nachgepflanzt werden.
Gegen
den nach Sturmfluten immer wieder erkennbaren Verlust wird seit nun
Jahrzehnten mit Sandaufspülungen versucht dieser
Bedrohung entgegenzutreten.
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