Sylter Ferienwohnungen
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Biike - das Friesenfest am 21./22.Februar

 

"Biikebrennen und Petritag" das Sylter Heimatfest-

Ihr Heimatfest begehen die Sylter am 21. und 22. Februar. Am 21. versammeln sich die Insulaner um riesige Holzstöße, die Biiken, deren Flammen über Jahrhunderte hinweg zurückweisen in heidnische Zeiten. Hier hat sich etwas erhalten, was aus der ursprünglichen Kraft des Glaubens an die Naturkräfte geboren ward. Im Laufe der Jahrhunderte wandelte es seine Bedeutung mehrfach. Auf den Jahrtausende alten Thinghügeln, Hünengräbern, an denen die Sylter Landschaft so reich ist, wurde -früher unter freiem Himmel Recht gesprochen. Am Abend des 21. wurde mit dem Abrennen der Feuer Wodan, dessen Name noch im heutigen Friesischen als Bezeichnung des Mittwoch, dem "Windsai" erhalten blieb, ein Opfer gebracht. Wede wurde angerufen, das Opfer nicht zu verschmähen und es im Verzehren durch die Flamme anzunehmen, "Weadke teare", Wodan zehre, wurde beim Tanz um das Feuer ausgerufen. Noch um die Mitte des vorigen Jahrhunderts erinnerten sich alte Sylter an diesen Spruch, den längst feierliche Reden ablösten.

Als die Sylter im 17. und 18. Jahrhundert, überwiegend zum Walfang, in die großen Häfen Amsterdam, Hamburg und Kopenhagen fuhren, weil Landwirtschaft und Fischfang auf der Insel keine ausreichende Existenzgrundlage boten, wandelte sich die Bedeutung der alten Kulthandlung: das Biikebrennen und der am folgenden Tage veranstaltete Festtag wurde zum fröhlichen Abschied für die Ausreisenden. Noch bis zum Weltkriege war das Biiken auch auf dem Festland üblich. An dem klaren Frosttage des Biikebrennens im Jahre 1909 zählte man vom hochgelegenen Munkhoog in Morsum ringsum den Widerschein von 28 Feuern wie ein Zeichen der Verbundenheit der Insel- und Festlandfriesen.

Auf Sylt wurde der alte Brauch in großer Treue nach den jeweiligen Verboten während der Kriegsjahre wieder aufgenommen. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts war es das Vorrecht der Konfirmanden, Strandholz und den damals auch auf Sylt eingeführten Weihnachtsbaum zu sammeln. Eifersüchtige Kämpfe der Dörfermannschaften sind bis in unsere Tage hinein nichts seltenes. So brannten "Tinnumer auf dem Kriegspfade" den Westerländern 1972 die Biike am Vortage des Festes ab, so daß in großer Eile neu gesammelt werden mußte, weil auch die Feuerwehr den stolz geschichteten Holzstoß nicht retten konnte, den immer eine Teertonne krönt. Ihr Fall wird, heute stellvertretend für die Strohpuppe heidnischer Zeit, mit Jubel von der umstehenden Menge begrüßt, die unter dem,Vorantritt der örtlichen Musikvereine zur Biike zog.

Die Heimkehrenden freuen sich auf den deftigen Grünkohl, ohne den das Fest nur halb so schön wäre. Daß man das doch recht schwer verdauliche Essen mit ein paar "Lütten Klaren" verdaulicher macht, versteht sich von selbst. Möglicherweise ist das auch mit der Grund für die gemütliche Stimmung, mit der oft mit einer vorgezogenen Tanzrunde - der Abend ausklingt. Der Petri der darauf folgt, ist mehr und mehr ein Fest der Kinder geworden. Selbstverständlich geben alle Schulen die Kinder frei, die vor- und nachmittags die Gaststätten beim Kindertanz bevölkern. Wer Wert darauf legt, als nette Großmutter oder spendabler Großvater zu gelten, wer als Tante oder Onkel nicht gefühllos verschrieen werden will, greift in jenen Tagen von selbst zum Portemonnaie, um den Petritaggroschen aufbessern zu helfen. Die Erwachsenen Treffen sich am Abend. Die Spielgruppen, die Spölster, wie es auf friesisch heißt, haben an jenem Tahe Hochkonjunktur. Ohne ein Theaterstück, möglichst auf "söl'ring", der Sylter Mundart des Nordfriesischen, geht es nicht. Umrahmt von Darbietungen der örtlichen Musikvereine und Chöre sowie der Trachtengruppe der Söl'ing Foriining, die Trachten nach über 200 Jahre alten Vorbildern in den traditionellen Sylter Farben Weiß und Rot tragen, feiern an jenen Festen alteund neue Sylter Bürger, Einheimische, deren Vorfahren noch das harte Leben auf See kannten, und ihre Gäste miteinander. Sie eint die Liebe zu einer Insel, deren Ausstrahlungskraft über Jahrhunderte hin so stark ist, daß sie auch den historischen Kern einfing und bis in unsere Tage hinüberrettete.

 

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