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Biike - das Friesenfest am 21./22.Februar |
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"Biikebrennen
und Petritag" das Sylter Heimatfest- Als die Sylter im 17. und 18. Jahrhundert, überwiegend zum Walfang, in die großen Häfen Amsterdam, Hamburg und Kopenhagen fuhren, weil Landwirtschaft und Fischfang auf der Insel keine ausreichende Existenzgrundlage boten, wandelte sich die Bedeutung der alten Kulthandlung: das Biikebrennen und der am folgenden Tage veranstaltete Festtag wurde zum fröhlichen Abschied für die Ausreisenden. Noch bis zum Weltkriege war das Biiken auch auf dem Festland üblich. An dem klaren Frosttage des Biikebrennens im Jahre 1909 zählte man vom hochgelegenen Munkhoog in Morsum ringsum den Widerschein von 28 Feuern wie ein Zeichen der Verbundenheit der Insel- und Festlandfriesen. Auf Sylt
wurde der alte Brauch in großer Treue nach den jeweiligen Verboten während
der Kriegsjahre wieder aufgenommen. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts war
es das Vorrecht der Konfirmanden, Strandholz und den damals auch auf Sylt
eingeführten Weihnachtsbaum zu sammeln. Eifersüchtige Kämpfe der Dörfermannschaften
sind bis in unsere Tage hinein nichts seltenes. So brannten "Tinnumer
auf dem Kriegspfade" den Westerländern 1972 die Biike am Vortage des
Festes ab, so daß in großer Eile neu gesammelt werden mußte, weil auch
die Feuerwehr den stolz geschichteten Holzstoß nicht retten konnte, den
immer eine Teertonne krönt. Ihr Fall wird, heute stellvertretend für die
Strohpuppe heidnischer Zeit, mit Jubel von der umstehenden Menge begrüßt,
die unter dem,Vorantritt der örtlichen Musikvereine zur Biike zog. Die
Heimkehrenden freuen sich auf den deftigen Grünkohl, ohne den das Fest
nur halb so schön wäre. Daß man das doch recht schwer verdauliche Essen
mit ein paar "Lütten Klaren" verdaulicher macht, versteht sich
von selbst. Möglicherweise ist das auch mit der Grund für die gemütliche
Stimmung, mit der oft mit einer vorgezogenen Tanzrunde - der Abend
ausklingt. Der Petri der darauf folgt, ist mehr und mehr ein Fest der
Kinder geworden. Selbstverständlich geben alle Schulen die Kinder frei,
die vor- und nachmittags die Gaststätten beim Kindertanz bevölkern. Wer
Wert darauf legt, als nette Großmutter oder spendabler Großvater zu
gelten, wer als Tante oder Onkel nicht gefühllos verschrieen werden will,
greift in jenen Tagen von selbst zum Portemonnaie, um den Petritaggroschen
aufbessern zu helfen. Die Erwachsenen Treffen sich am Abend. Die
Spielgruppen, die Spölster, wie es auf friesisch heißt, haben an jenem
Tahe Hochkonjunktur. Ohne ein Theaterstück, möglichst auf "söl'ring",
der Sylter Mundart des Nordfriesischen, geht es nicht. Umrahmt von
Darbietungen der örtlichen Musikvereine und Chöre sowie der
Trachtengruppe der Söl'ing Foriining, die Trachten nach über 200 Jahre
alten Vorbildern in den traditionellen Sylter Farben Weiß und Rot tragen,
feiern an jenen Festen alteund neue Sylter Bürger, Einheimische, deren
Vorfahren noch das harte Leben auf See kannten, und ihre Gäste
miteinander. Sie eint die Liebe zu einer Insel, deren Ausstrahlungskraft
über Jahrhunderte hin so stark ist, daß sie auch den historischen Kern
einfing und bis in unsere Tage hinüberrettete.
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